Aldag verzichtet auf Hawaii-Start
Beckum, 10. September 2006 (sts). Homezone statt Hawaii: Für Rolf Aldag ist derzeit das Telefon das wichtigste Sportgerät. Eigentlich hatte der 38-Jährige seine langjährige und im April beendete Karriere als Radprofi ja mit einem Start beim Ironman auf Hawaii abrunden wollen, aber durch sein neues Engagement in seinem alten Rennstall bleiben eigene sportliche Ambitionen derzeit auf der Strecke. „Keine Chance, der Tag hat ja so schon nicht genug Stunden“, sagt Aldag.
Nach der Entlassung des bisherigen Team-Managements um Olaf Ludwig ist Aldag nun Sportdirektor für das T-Mobile-Team und damit an der Seite des Amerikaners Bob Stapleton neuer Chef der Mannschaft. Diese Entwicklung hatte sich während der Tour de France erstmals öffentlich abgezeichnet und war wenige Tage später bestätigt worden.
Für Sponsor T-Mobile soll das Team um Manager Bob Stapleton und Sport-Chef Rolf Aldag komplett neu aufbauen. „Wir sind sicher, mit Stapleton und Aldag die Neuausrichtung des T-Mobile Team erfolgreich zu bewältigen“, so Ulli Gritzuhn, Marketing-Vorstand von T-Mobile. Das heißt für Aldag, dessen Mannschaft vor wenigen Tagen die Lizenz für die ProTour bekommen hat, dass Langeweile und Freizeit momentan Fremdworte sind. Die Lizenz sei dabei „ein wichtiger Schritt bei der Umstrukturierung der Mannschaft“, sagt Team-Manager Stapleton. Was er von seinem neuen Team in diesem Zusammenhang erwartet, erklärt Aldag so: „Ich bin überzeugt, dass wir eine starke Mannschaft haben werden, die nicht nur auf dem Rad unsere klaren Vorgaben erfüllen wird.“
Dafür laufen seit Wochen in Dünninghausen am Rand von Beckum die Fäden zusammen. Das eigene Training oder gar eine Reise nach Hawaii sind damit vorerst auf Eis gelegt. „Aber es kommen ja auch wieder andere Zeiten. Wenn das Team erstmal steht, wird es sicher auch mal wieder ruhiger“, sagt Eva Aldag, die ihren Job als Pressesprecherin für das Frauenteam von T-Mobile, das übrigens ebenfalls dem ehemaligen Voicestream-Vorstand Stapleton gehört, längst aufgegeben hat und erstmal mit ihrem Mann an der Zukunft der Männermannschaft strickt. „Alleine wäre die Arbeit gar nicht zu bewältigen.“

