Unter dem Jubel der Fans nimmt Aldag Abschied als Rennsportler
Ahlen, 1. Mai 2006 (ako). Der Himmel weinte, als Rolf Aldag sich von der Bühne des Profi-Radrennsportes verabschiedete. Die Gäste jubelten, als der Radrenner, der bei den Ahlener Radsportfreunden seine Karriere begann, als erster ins Ziel fuhr. Und Rolf Aldag – er lachte Samstag ein letztes Mal vom Siegertreppchen aus nicht nur den Zweit- und Drittplatzierten Erik Zabel und Fabian Wegmann, sondern vor allem seinen Fans zu.
Und die fanden sich zahlreich nicht nur auf der VIP-Tribüne ein. Neben den Hauptsponsoren sah auch Ex-Minister Rudolf Scharping, ganz zivil und in seiner Funktion als Vorsitzender des Bundes Deutscher Radfahrer, wie zunächst die Amateure C, dann die Senioren und später die Junioren auf die Strecke gingen. Viel Beachtung fanden auch die Bambinis, die im Einlagerennen von den bereits anwesenden Profis begleitet und angefeuert ihre 2,8 Kilometer zurücklegten.
Mit der Verkürzung des Junioren-Rennens auf 25 Runden waren auch die Organisatoren aus den Reihen der Radsportfreunde und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft dann wieder im Zeitplan. Dem umjubelten Einschreiben der prominenten Fahrer im Start- und Zielbereich auf der Rottmannstraße folgte dann der Start zum Abschiedsrennen. Erik Zabel, angereist aus Mallorca, startete an der Seite von Rolf Aldag, mit dem er oft das Zimmer teilte. Mit dabei auch das ZDF, bei dem Aldag als Co-Kommentator tätig ist, sowie rund 40 Journalisten, die ihre Objektive auf Aldag richteten.
Viel wichtiger waren dem von nun an Ex-Profi aber seine Fans, denen er nicht nur nach der Siegerehrung persönlich dankte. Von einem Autogramm zum anderen fuhr Rolf Aldag an den Fans vorbei, die zu Tausenden die Rennstrecke säumten. Zum Teil mit Schifferklavier und Trommeln hatten sie ihn über seine letzten 45 Runden und 63 Kilometer Ahlener Asphalt angefeuert und harrten auch aus, als während der Siegerehrung einige Tropfen vom Himmel fielen.
Rudolf Scharping und sein Vize Udo Sprenger überreichten Aldag den „goldenen Nagel“, an dem künftig das pinkfarbene T-Mobile- Trikot hängen soll. Mit „Time to say goodbye“ und stehenden Ovationen verabschiedete sich die Fangemeinde von Aldag und er selbst später im Jugendzentrum Ost auch von den Fahrern, die er künftig als Co-Kommentator auf bequemere Art begleiten wird. „Adieu Rolf“ ist eben auch ein Neuanfang. Angelika Korte-Dolenc, Ahlener Tageblatt.

